Aufgewachsen bin ich ohne einen grossen Dialog über Jenseitiges. Als ich dann in der Jugendblüte war, entdeckte ich eine Art Glauben und bekannte es unter dem Titel: „Ich glaube an etwas das es nicht gibt. Und nichts kann mir niemand wegnehmen."
Einige Jahre später ging ich tiefer, fing an, Dutzende von Büchern zu grenzwissenschaftlichen Themen zu lesen. Ich durchstreifte viele klassische und unklassische Themen. Später belastete mich die Tiefe dieser Sphären und ich distanzierte mich eine Weile davon.
1999 entdeckte ich mit Sogyal Rinpoches „Das tibetische Buch vom Leben und Sterben", eine gehaltvolle Einführung in den Buddhismus mit dem Schwerpunkt „Das tibetanische Totenbuch".
Erstaunlich ist, dass nicht verschiedene Kulturen gleiche Götter schuffen. Ist das Bild Gottes eine Frage der Kultur? Hat Gott viele Gesichter?
Die Essenz ist bei allen Weltreligionen die Gleiche. Es gibt einen grossen gemeinsamen Nenner, den leider kaum ein Oberhaupt dieser eingestehen will.
Verstehst du das Wortspiel dieser Eingebung: „ Im Kleinglaube steckt die Offenbarung."?
Hermes Trismegistos gab mir mit der Perle „Tabula Smaragdina“ wichtige Anstösse. Das kann ich frei zitieren:
„Wahr ist ohne Lüge, gewiss auf's Allerwahrhaftigste.“
Oder frei nach mir: Glauben heisst nicht wissen.
„Und gleich wie von dem einigen Gott erschaffen ist alles in der Ausdenkung eines einigen Dinges. Also sind geboren aus diesem einigen Dinge alle Dinge, in der Nachahmung.“
Früher hatte ich das Weisheitsbuch der Tibeter nicht verstanden. Dieses Buch brachte mir sehr vieles nah. Es dauerte Monate, bis ich es fertig gelesen hatte. Nicht, weil ich nicht dran blieb, sondern weil ich jedesmal wieder sehr viel darüber nachdenken wollte, bis ich es verstanden hatte.
Ein Buch, dass ich jedem auch Nichtbuddhisten wärmstens empfehlen kann. Es geht nicht darum, welchem Glauben man sich zugehörig fühlt. Es geht vor allem darum, wie man es tut.
An dieser Stelle möchte ich auch die Gedanken einiger Philosophen einfliessen lassen: War am Anfang wirklich Gott? Wenn dem so war, ist Gott dann eine Art Neandertaler? Es scheint durchaus nachvollziehbar, dass am Anfang irgendwann ein affenähnlicher Mensch war. Insofern sind Darwins Theorien für mich denkbarer. Und irgendwann wurde der Urmensch so intelligent, dass ihm klar wurde, dass sich ohne einen Glauben an eine grössere Macht keine Vernunft einstellen konnte. Also schuff der Mensch Gott. Es waren damals sehr viele Götter auf der ganzen Welt.